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Unterricht

"Stiller Schlichter": Eine Unterrichtseinheit zu Calvin

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Genfer Kirchenzucht

In jedem Dorf, in jeder Stadt gibt es Streitigkeiten zwischen Menschen: Jugendliche machen ihren Eltern Schwierigkeiten; Ehepartner gehen fremd; Geschäftspartner und Nachbarn beleidigen sich gegenseitig. Probleme wie diese gab es auch in Genf. Dazu Prügeleien, Alkohol- und Spielsucht. Calvin meinte, dass die Zehn Gebote in Genf ernster genommen werden sollten als bisher und dass Christen und Christinnen, die sich zerstritten haben, nicht miteinander Abendmahl feiern könnten. Er setzte deshalb in Genf die Kirchenzucht durch. „Kirchenzucht“ klingt nach „Zuchthaus“, hat damit aber nichts zu tun. Calvin verstand darunter, dass das Konsistorium die Menschen einer Kirchengemeinde zu einem christlichen Leben vor Gott erzieht. Zum Konsistorium gehörten neben den Pfarrern zwölf gewählte Älteste; die trafen sich wöchentlich unter dem Vorsitz eines Bürgermeisters, um über die anstehenden Fälle zu beraten.

Das Konsistorium konnte ermahnen. In der Regel akzeptierte dies ein Beschuldigter. Damit war der Fall erledigt. Wenn nicht, konnte das Konsistorium ihn eine Zeitlang vom Abendmahl ausschließen. Wenn das auch nicht half, wurde der Beschuldigte zur Bestrafung an den Stadtrat überwiesen oder aus der Gemeinschaft ausgeschlossen (Exkommunikation). Aber das war nur selten nötig. Manchmal wurde mit den Streitenden verabredet, sich in einer Genfer Kirche im Beisein eines Pfarrers zu versöhnen.


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Publikationsdatum dieser Seite: Dienstag, 16. März 2021 14:53