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500. Geburtstag von Johannes Calvin

Calvinjahr hat Genfer Reformator wieder entdeckt. Pressemitteilung der Evangelisch-reformierten Kirche

Das Calvinjahr 2009 ist ein großer Erfolg. Diese Bilanz zur Jahreshälfte zieht der Kirchenpräsident der Evangelisch-reformierten Kirche, Jann Schmidt, anlässlich des 500. Geburtstags des Genfer Reformators am 10. Juli 2009. "Dank des Calvinjahrs ist es gelungen, den Reformator der zweiten Generation aus seinem Schattendasein heraus zu führen", so Schmidt.

In Deutschland sei die Reformation ganz eng mit dem Namen Martin Luther verbunden. Die weltweite Ausbreitung der Reformation sei jedoch ohne die Wirkung der Person Johannes Calvins und seines Denkens nicht möglich gewesen.

In vielen Gemeinden zeige sich in diesem Jahr großes Interesse an der Theologie und der Wirkung Johannes Calvins. "Wir haben geradezu einen unserer Gründungsväter wiederentdeckt", meint Schmidt. So sei in zahlreichen Gottesdiensten, Vorträgen und Konzerten an die Person Johannes Calvins erinnert worden. Dabei sei es für die Gemeinden der Evangelisch-reformierten Kirche befruchtend gewesen, sich ihrer Wurzeln zu vergewissern und ihre Bedeutung für die heutige Zeit festzuhalten. Schmidt nennt in diesem Zusammenhang die Kirchenordnung mit ihrer Ämterteilung, die Calvin geschaffen hat. Sie sei auch heute noch ein wesentliches Merkmal eines evangelisch-reformierten Kirchenverständnisses. Ebenso gehe der Psalmengesang in den Gemeinden auf Calvin zurück und werde heute noch gepflegt und weiter entwickelt.

Die Bedeutung Calvins für den Protestantismus werde sicherlich auch die Festveranstaltung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am 10. Juli in Berlin aufzeigen. Dort wird Bundesaußenminister Frank Walter Steinmeier den Festvortrag halten. Steinmeier stammt aus einer evangelisch-reformierten Gemeinde in der Lippischen Landeskirche. An diesem Tag wird die Deutsche Post eine Briefmarke zum Geburtstag Calvins vorstellen.

Kirchenpräsident Schmidt wünscht sich für die zweite Hälfte des Calvinjahres, dass die Bedeutung des Reformators für die Ökumene noch stärker in den Blick genommen wird. Calvin habe nie eine Kirchenspaltung angestrebt, so Schmidt. Sein Denken jedoch, dass eine Kirche stets dort zu finden sei, wo sich Menschen in Gottes Namen versammeln, sei eine der Grundlagen für ein gutes Miteinander verschiedener Kirchen. "Im guten ökumenische Gespräch der Kirchen können wir von Johannes Calvin noch sehr profitieren", meint Schmidt. Vor kurzem hatte auch der katholische Mainzer Kardinal Lehmann von "einem ökumenischen Verständigungspotenzial" bei Calvin gesprochen, das noch nicht ausgeschöpft sei.

Johannes Calvin wurde am 10. Juli 1509 im französischen Noyon geboren. Er hat im schweizerischen Genf die Erneuerung der Kirche vorangetrieben, die sich von dort aus weltweit ausbreitete. Er starb 1564 in Genf. In Deutschland werden etwa zwei Millionen evangelisch-reformierte Christen gezählt, weltweit gehören etwa 80 Millionen Christen reformierten Kirchen an. In Erinnerung an Calvins Geburtstag vor 500 Jahren haben evangelische Kirchen weltweit 2009 zum Calvinjahr erklärt.


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Publikationsdatum dieser Seite: Mittwoch, 10. August 2016 11:00