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Augustinerkloster erinnert an "fast vergessenen Reformator"

Vortrag über Johannes Calvin am 3. September. Pressemitteilung der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland

Einen Beitrag zum Calvin-Jahr anlässlich des 500. Geburtstages des Reformators Johannes Calvin bietet am kommenden Donnerstag (3. September) das Augustinergespräch im Evangelischen Augusti­nerkloster zu Erfurt. Martin Filitz, Senior des Reformierten Kirchenkreises Halle, wird in einem Vortrag den Genfer Theologen und seine Lehre vorstellen. Erläutert wird auch die europäische Bedeutung Calvins und sein Beitrag zur Entwicklung der modernen Demokratie. Die Veranstaltung mit dem Titel "Johannes Calvin - ein fast vergessener Reformator" beginnt 19 Uhr im Bibliothekssaal des Augustinerklosters.

Johannes Calvin gilt als "Gründungsvater" des reformierten Protestantismus. Er wurde am 10. Juli 1509 im französischen Noyon geboren und begann früh seine geistliche Karriere. Nach dem Studium wandte er sich vom Katholizismus ab und musste Frankreich verlassen. 1536 veröffentlichte er die erste Auflage seines zentralen Werkes "Institutio Religionis Christianae" (Unterricht in der christlichen Religion). Vor allem Calvins Abendmahlslehre führte zur Trennung von der Reformation lutherischer Prägung. Ab 1541 formte Calvin in Genf ein Gemeinwesen, das sich zu einem der wichtigsten Zentren des europäischen Protestantismus entwickelte. Die Führung der Kirche nicht durch Bischöfe, sondern durch Synoden unter Beteiligung von Laien wirkt als zentrales Element des Calvinismus bis heute.

Die Lehre Calvins breitete sich auch in Mitteldeutschland aus. So wurden Ende des 17. Jahrhunderts viele reformierte Glaubensflüchtlinge aus Frankreich und der Pfalz im Fürstentum Anhalt aufgenommen. Die Sprache der Einwanderer, ihre Traditionen, Gottesdienstformen und auch ihre Wirtschaftstechniken setzten wichtige Impulse in Mitteldeutschland, wenngleich das Zusammenleben mit den einheimischen Protestanten nicht immer konfliktfrei verlief. Obwohl viele reformierte und lutherische Kirchengemeinden im Laufe des 19. Jahr­hunderts verschmolzen, ist das historische reformierte Erbe in einigen Gemeinden bis heute lebendig geblieben. In der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) gibt es heute reformierte Gemeinden in Aschersleben, Burg, Halberstadt, Halle und Magdeburg.

Ein weiterer Vortrag zum Calvin-Jahr wird am 8. Oktober im Augustinerkloster stattfinden. Dann spricht Professor Michael Beintker über "Regierungen als Beschützer der Freiheit - Calvin und die moderne Demokratie".


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Publikationsdatum dieser Seite: Mittwoch, 10. August 2016 11:00