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Frauen

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Idelette de Bure

Calvins Ehefrau

Obwohl Johannes Calvin zu den bedeutendsten Reformatoren des 16. Jahrhunderts zählt, ist von seiner Frau Idelette de Bure nur wenig bekannt. Sie war flämischer Herkunft und stammte vermutlich aus dem wohlhabenden Bürgertum.

Ihr Bruder Lambert de Bure verlor 1533 bei der Vertreibung der Protestanten aus Lüttich seine Besitzungen und floh nach Straßburg. Die Familie de Bure hatte vermutlich schon früh Kontakte zu reformatorischen Kreisen. Idelette de Bure und ihr erster Mann Jean Stordeur waren Täufer. Sie wurden deswegen 1533 aus Lüttich vertrieben.

1539 gelang es Calvin, das Ehepaar vom Täufertum abzubringen. Beide schlossen sich in Straßburg der französischen Flüchtlingsgemeinde an, deren Pfarrer Calvin seit 1538 war. Im Frühjahr 1540 starb Stordeur an der Pest. Durch Vermittlung des Straßburger Reformators Martin Bucer heirateten Idelette de Bure und Johannes Calvin im August 1540.

Als Calvin im September 1541 nach Genf zurückkehrte, folgte seine Frau ihm wenig später zusammen mit ihrer Tochter Judith aus erster Ehe. Ihr älterer Sohn, dessen Name nicht bekannt ist, blieb zunächst in Deutschland. Durch Calvins Bemühungen gelang es jedoch, ihn nach Genf zu holen. Gemeinsame Kinder konnte das Ehepaar nicht großziehen; der einzige Sohn Jacques lebte nur wenige Tage. De Bure war seit der Geburt und dem Tod des gemeinsamen Sohnes im August 1542 gesundheitlich in Mitleidenschaft gezogen und erholte sich davon nie mehr richtig. Am 29. März 1549 starb Idelette de Bure in Genf.

Von ihrer Tätigkeit ist nur das Wenige bekannt, das Calvin in seinen Briefen mitteilt. Sie dürfte sich um den umfangreichen Haushalt und die zahlreichen Gäste Calvins gekümmert haben. Außerdem ist bekannt, dass sie Krankenbesuche machte und mit anderen Reformatorenfrauen im Briefwechsel stand.

Calvin selbst richtete in zahlreichen Briefen Grüße seiner Frau aus. Kurz nach ihrem Tod schrieb Calvin an seinen Freund Pierre Viret in Lausanne: „Genommen ist mir die beste Lebensgefährtin. Wäre mir etwas Schlimmes widerfahren, sie hätte nicht nur willig Verbannung und Armut mit mir geteilt, sondern auch den Tod. Solange sie lebte, war sie mir eine treue Helferin in meinem Amt. Von ihr ist mir nie auch nur das geringste Hindernis in den Weg gelegt worden.“

Achim Detmers


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Publikationsdatum dieser Seite: Dienstag, 16. März 2021 14:52