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Regensburg

Kaiser Karl V. bemühte sich, 1541 beim Regensburger Reichstag einen Vergleich zwischen den verfeindeten Protestanten und Katholiken zu erreichen. Bei den dazu anberaumten Religionsgesprächen konnte eine Verständigung in der Rechfertigungslehre erzielt werden, aber bei den übrigen strittigen Fragen liefen sich die Gespräche fest.

Calvin war aufgrund seiner außerordentlichen theologischen Kenntnisse von Bucer und Melanchthon gedrängt worden, an diesen Gesprächen teilzunehmen. Und er nutzte die Gelegenheit, die Freundschaft mit Melanchthon weiter zu vertiefen. Doch insgesamt wurde ihm die Zeit zu lang; die Monate von März bis Juni verstrichen ohne rechtes Vorankommen in den Religionsgesprächen. Und zudem empfand Calvin Regensburg als ausgesprochen teuer. Gegen den ausdrücklichen Wunsch Bucers und Melanchthons reiste er deshalb Ende Juni nach Straßburg zurück. Ein weiterer Grund für Calvins Abreise waren die Nachrichten vom Ausbruch der Pest in Straßburg, der auch Calvins Frau, Idelette de Bure, ausgesetzt war.

Die Religionsgespräche fanden u.a. im Turm der "Neuen Waag" statt.

Dieses original erhaltene Gebäude am Haidplatz im Zentrum der Regensburger Altstadt ist ein ehemaliges Patrizierhaus der Familie Altmann. Es wurde 1441 von der Stadt erworben und beherbergte seitdem die Stadtwaage und die "Herrentrinkstube". Die Arkadengänge stammen aus dem Jahr 1573. Heute ist die "Neue Waag" Sitz des Verwaltungsgerichtes.

Auch Calvin wird sich in der "Neuen Waag" aufgehalten haben und die vier Monate seines Aufenthalts in Regensburg genutzt haben, weitere "Sehenswürdigkeiten" zu betrachten.


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Publikationsdatum dieser Seite: 2018-01-23