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Vom Calvinismus geprägt

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Herbert Grönemeyer

Herbert GrönemeyerDer Sänger und Schauspieler Herbert Grönemeyer, Jahrgang 1956, ist einer der populärsten Musiker Deutschlands. Er wurde calvinistisch-protestantisch erzogen.
Aus: Vanity Fair, Ausgabe 10/2007

Sind Sie noch in der Kirche?
Ich zahle Kirchensteuer, ja. Ich bin konfirmiert worden, mit Krippenspiel und Kirchenchor und allem. Meine Kinder sind zwar getauft worden, waren aber seitdem, glaube ich, nicht mehr in der Kirche. Ich habe versucht, ihnen Werte zu vermitteln - dass man sich gegenseitig respektiert oder dass man nicht überheblich wird. Mich irritiert auch das neue Religionsgerede. Ich finde es gefährlich.

Warum?
Weil es gleich um Konkurrenz geht. Deswegen singe ich ja: "Wer nichts beweist, der beweist schon viel." Bitte versucht nicht, mich oder andere zu missionieren. Werdet damit privat glücklich, aber fangt um Himmels willen keine Debatte an, welche Kultur oder Religion die bessere ist. Dann knallt es schnell. Man sollte lieber sagen: Mich interessiert dein Schicksal, nicht deine Religion. Dann werden wir uns verstehen. Religionen sind zu oft reaktionär. Sie gründen sich auch auf Schuldgefühlen. Zum Beispiel der Protestantismus. Da wird viel mit Repressalien und Druck gearbeitet.

Welche Auswirkung hatte das auf Ihr Leben?
Als calvinistischer Protestant hast du im Leben bescheiden zu sein und deinen Wohlstand zu mehren. Wenn du gottgefällig lebst, kriegst du einen besseren Platz im Kino des Himmels. Sicher kommt mein leistungsbewusstes Leben und Schaffen und das Getriebensein auch daher.


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Publikationsdatum dieser Seite: Mittwoch, 10. August 2016 11:00