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Calvin predigt über 5. Mose 15

Eine Predigt Calvins über Dtn 15,11-15 am Mittwoch, dem 30. Oktober 1555.

Man sagt im Sprichwort, dass die Gesetze sich nicht auf Dinge beziehen, die noch nicht eingetroffen sind, sondern auf das, was vor uns liegt und uns tagtäglich beschäftigt. Darum sagt uns unser Herr auch, dass er nicht ohne Grund von der Hilfe für die Armen spricht. In diesem vergänglichen Leben werden wir nämlich stets Gelegenheit finden, der Not unserer Nächsten zu steuern; denn immer werden wir auf Erden Arme unter uns haben. So sehen wir auch im Ganzen, dass Gott die Juden auf die Gesetze aufmerksam machen wollte, denn es war nötig, sie an ihre Pflicht zu erinnern. Eine Lehre ist ja gut zur Regelung unseres Lebens, und so wollen wir unsere Aufmerksamkeit auf diese Sache richten. Wir sehen, wie viele Leute in übler Neugierde nach Dingen Ausschau halten, die in hundert Jahren nicht einmal eintreffen. Sie malen sich Unmögliches aus: und wenn dies passiert und wenn das passiert? So halten sie sich ihr Hirn mit unnützen Fragen in Bewegung. Unterdessen bemerken sie nicht, was vor ihren Füßen liegt. So sieht man heute viele gerade darin fehlgreifen, was leicht richtig zu entscheiden sein sollte. Sie verbinden sich die Augen und quälen sich heftig, dies und jenes zu erforschen. Frägt man sie: warum?, so kommt als Beweggrund nichts anderes heraus als eine frivole Neugierde. Halten wir also fest, dass uns unser Herr nur in dem prüfen will, was uns nützlich ist. Darum sehen wir ja in der Heiligen Schrift genau, dass Gott uns nicht mit irgendwelchen Dingen zufriedenstellen wollte, die nichts nützen, sondern er weist uns auf das, was wir tun sollen. Nehmen wir also zur Kenntnis, dass jeder schauen soll, was seine Pflicht und Aufgabe sei. Das also ist die Ermahnung dieser Stelle, dass Gott uns nicht Gesetze vorschreibt von Dingen, die uns nicht betreffen, sondern von solchen, die uns direkt angehen.

Kommen wir also zur Sache, die heißt: »Arme wird es immer geben. Das steht da, damit wir wissen: Gott will unsere Liebe prüfen. Er wäre nämlich vermögend genug, um jedem das zu verschaffen, was er nötig hat. Nicht aus Geiz hält er seinen Tresor dicht. Warum sonst lässt Gott zu, dass es hienieden Arme gibt, wenn nicht darum, um uns Gelegenheit zu geben, Gutes zu tun? Schreiben wir es also nicht einem blinden Schicksal zu, wenn wir sehen, dass einer reich ist und ein andrer arm, sondern lasst uns erkennen, dass Gott es so disponiert und dass das nicht ohne Grund ist. Wahr ist's, wir sehen nicht gleich, warum Gott den einen reich macht und den anderen in seiner Armut sitzen lässt. Wir können davon nicht sichere Einsicht haben. Gott will vielmehr, dass wir unsere Augen oft senken und ihm die Ehre geben, die Menschen nach seinem Willen und Rat zu regieren, der über unser Begreifen hinausgeht. Sicher aber ist, dass Gott die Güter dieser Welt ungleich verteilt, um zu prüfen, wie es ums Herz der Menschen steht. Er vollzieht also eine Prüfung. Ist ein Mensch reich, so kann man gut beurteilen, wie er ist. Er hat die Mittel zu schaden, und er könnte seinen Feinden leicht lästig fallen. Wenn er nun davon absieht und gegenüber seinen Nächsten sich der Grausamkeiten enthält und nicht nach mehr gelüstet, als Gott ihm gibt, dann ist das ein Zeichen seiner Klugheit und Rechtschaffenheit, die sich ohne Gelegenheit nicht gezeigt hätte. Wenn nun ein solcher Mensch freigiebig ist und versucht, Gutes zu tun denen, die seine Hilfe nötig haben, wenn er sich nicht in Hochmut und Pomp groß macht, sondern gerade seinen Weg geht, so hat er die Prüfung gut bestanden. - Wenn dagegen ein anderer, ein Armer, in Geduld erträgt, was Gott ihm zu schicken beliebt und nicht zu Raub und Betrug Zuflucht nimmt, sosehr er auch leidet und Hartes ertragen muss, ist das wiederum eine wohlbestandene Prüfung. Halten wir fest: Das Vorhandensein von Arm und Reich ist Gottes Anordnung. So will es seine Vorsehung, und darum muss für uns feststehen: An Armen wird es nie fehlen.

Kommen wir nun zur Sache: Nicht ohne Grund befiehlt Gott denen, die Güter haben, eine offene Hand zu haben für die Armen und Hungernden dieser Erde. Damit sagt er uns nämlich, dass wir ihm dienen sollen und genau, wie das zu geschehen habe: Wir sollen ihm die Ehre geben durch die Güter, die er uns reichlich schenkte. Er sendet uns die Armen gewissermaßen an seiner statt, als seine Einzieher. Und obschon unsere milde Gabe sterblicher Kreatur zugutekommt, so sieht es Gott doch so an, wie wenn wir ihm selbst in die Hand gegeben hätten, was wir einem Armen geben. Im Blick auf Gott handelt es sich bei unserem Tun nicht um Gabe, die wir ihm geben, sondern um schuldigen Dank für das Gute, das er uns erwiesen. Aber dennoch nimmt er die Barmherzigkeit, die wir unseren armen Brüdern erzeigen, an, wie wenn sie ihm selber gälte. Darum heißt es auch, dass, wer sein Ohr dem Schrei des Armen verschließt, von Gott auch nicht erhört werden wird, wenn er selber ins Schreien kommt. Auf der andern Seite aber, wenn wir barmherzig sind und die Not der Armen uns zur Hilfe antreibt, so wird Gott auch gegen uns Erbarmung erweisen und uns helfen in der Not. Darum sagt Mose hier, warum Gott befiehlt, eine offene Hand zu haben gegenüber dem Armen, der unter uns wohnt: Gott gibt sie uns, damit wir keine Entschuldigung haben und nicht sagen können: Ich weiß nicht, wo ich Gutes tun könnte. Weil unser Herr uns die Mittel gibt, Gutes zu tun, kann man keine Ausflüchte finden. Wir bleiben immer schuldig, wenn wir die Gelegenheit zur Wohltat nicht ergreifen. Unser Herr Jesus Christus wird dann noch deutlicher, wenn er sagt, dass er nicht immer unter uns sein werde, wohl aber die Armen. Indem er den Akt der körperlichen Salbung zu seiner Ehrung guthieß, obschon diese Salbung verschwenderisch schien, sagte er doch: Gut, für diesmal. Sonst aber weist er die Jünger an die Armen. Warum? Er sagt damit: Das ist kein gewöhnlicher Dienst, den er da (mit der Salbung) verlangt. Er verlangt weder für sich noch für den Vater, dass man ihm wertvolle Dinge darbiete. Er will aber, dass man den Armen gebe, was man ihm anbieten wollte. Das wollen wir uns doch gut merken, dass unser Herr die Almosen für die Armen als Opfergaben für sich anschaut. Verbrauchen wir uns also nicht darin, ihm Dinge anzubieten, wie wenn er nichts erhielte aus unsern Händen, da er uns doch an die weist, die unsere Hilfe nötig haben.

Wäre diese Lektion befolgt worden, so hätte die geplagte Welt nicht so viel Mühe und Geld in die irren Kulte gesteckt, wie man es heute im Papsttum sieht mit vielem Glanz und Firlefanz. Und wie? Fast scheint es, als ob Gott Freude an Malereien, Tapisserien und weitern Dummheiten habe. So hält sich die geplagte Welt geschäftig, und die Armen werden vergessen. Ganz im Gegenteil dazu sagt unser Herr Jesus, dass Gott uns in den Armen prüfen wolle, wie es um unser Herz stehe, und tun unseren Willen, ihn zu ehren. Es wäre ihm ein Leichtes, alle reich zu machen. Aber er sendet uns die Armen, damit wir zu tun hätten und zeigen können, von wem wir unseren Reichtum haben und uns Mühe geben, ihn zu brauchen, wie es Gott recht ist, ist das unser Wunsch, dann fehlt es an Gelegenheit nicht. Das ist in Kürze die Stimme, die wir aus dieser Stelle ziehen sollen.

Es scheint nun auf den ersten Blick, dass das nicht zusammenspielt mit dem andern, es solle im Land keine armen Bettler geben. Aber die Lösung dieses Widerspruchs ist leicht. Einerseits wird es Arme haben, andererseits soll der Bettel aufgehoben sein. Es wäre wirklich eine große Schande, wenn ein Volk, das sich Gottes Volk nennt, Bettler hätte. Zudem wäre das auch gegen die öffentliche Sitte und Ordnung. Ja, wenn wir das Gebot Gottes nicht hätten, so müssten wir uns überlegen, was es dann naturgemäß bedeutete, den Bettel zu dulden. Sicher ist, das zuerst einmal die Reichen, die es nicht treibt zu helfen, wo Not an Mann, daran Gefallen fänden. Sobald man aber die Zügel fahren lässt, kann man sich leicht vorstellen, was daraus entsteht, nämlich dass viele sich an den Bettel gewöhnen. Man wird bald nicht mehr sinnvoll und diskret vergaben. Wenn man nun so durch Höfe und Tore schreien wird, wird es unmöglich sein zu beurteilen, ob wirklich Not herrscht oder nicht. Die größten Schreihälse werden das wegschnappen, wovon die Armen ernährt und erhalten werden sollten. Wo so gebettelt wird, werden die Lügner unterhalten. Die größten Schelmereien, die man sich vorstellen kann, stecken nämlich in den Nichtsnutzen, die auf den Bettel ziehen. Wer so zum Betrüger geworden ist, wird zuletzt als Räuber enden. Mehr noch, es wird sich zeigen, dass, wer sich so an den Bettel gewöhnt hat, keinen rechten Beruf mehr ausüben kann. Sie können sich nicht mehr daran gewöhnen, etwas Rechtes zu tun. Immer werden sie Profiteure und Genießer bleiben. Darum ist der Bettel bereits nach der Ordnung der Natur zu verurteilen. Bettelei bringt nur Laster und Korruption, und zuletzt gerät dort, wo sie im Schwange ist, alles Drunter und Drüber.

Wir haben aber sogar das Gebot Gottes, das bestimmt, wir sollten keine Bettler unter uns haben, und wir sollten der Bettelei zuvorkommen durch Hilfe, dort, wo Mangel herrscht nach Möglichkeit und gutem Rat. So stehen also die beiden Bibelstellen nicht gegeneinander. Wenn er sagt: Es wird immer Arme geben, dann gilt, dass die Reichen je und je Gelegenheit haben werden, Gott Opfer zu bringen, wie er sie verlangt. Von dem, was in ihren Händen ist, mögen sie denen geben, die Mangel leiden, und zwar mit Bedacht gemäß der Notwendigkeit. Demgegenüber aber, wenn man wahllos gibt und der Bettel in Gassen und Häusern erlaubt ist, so ist das übel und gegen jede rechte Ordnung. So wird Verwirrung gestiftet. Man ernährt die Bösen, wie gesagt.

Bleibt übrig, jetzt diese Lehre zu praktizieren: Zum Ersten sollen wir, erkennen, dass Gott uns dringt, Gutes zu tun und uns anzustrengen, wenn Hunger herrscht und Teuerung. Jeder soll eher seinen Bissen teilen als zu dulden, dass andere Mangel leiden, während man im Überfluss lebt. Und wenn viele schmal tun, ein Mietjahr erwarten und mich größeren Brocken schnappen, dann erst recht sollen wir erkennen, dass Gott uns ermahnt und, wo immer wir ihm die Ehre geben mit den Gaben, die er uns anvertraute, er jetzt will, dass wir damit ernst machen. Das wäre das eine. Wo Armut und Bedürftigkeit groß werden, sollen wir erkennen, dass Gott uns damit wach rütteln will, damit wir nicht einschlafen. Er mahnt uns, wo wir faul werden, durch die Exi¬stenz der Armen daran, dass jedem von uns viele Möglichkeiten zur Hilfeleistung gegeben sind. Zum andern sollen wir beachten, dass wir Befehl und Order haben, den Bettel nicht zu dulden. Er ist nichts als ein böses Geschwür. Man hilft dem, dem man gibt, im Grunde nicht. Man verdirbt sie vielmehr, wie gesagt, und zuletzt gefällt ihnen ihre Bettelei sogar, sodass sie ihren Bettelsack mehr lieben als eine sichere Rente. So werden sie aus Spitzbuben zu Dieben. Das alles muss aber ausgeräumt werden, wenn wir nicht wollen, dass der Zorn Gottes mit unserem vollen Wissen herausgefordert und alles immer schlimmer werde. Aber wie immer es gehe, den Armen muss geholfen werden, denn den Bettel zu verbieten und kein Almosen zu geben, das heißt doch: dem Armen den Hals abschneiden. Man muss aber so helfen, dass die, die betteln und dabei offensichtlich unehrlich sind, ihr Handwerk legen müssen, denn sie schaden nur dem Nächsten und essen das Brot derer, die es nötig hätten. Wohlgemerkt! Und wie hat diese Hilfe zu geschehen? Zuerst einmal sollen die Spitäler (Armen- u. Waisenhäuser) diese Aufgabe wahrnehmen. Denn welche Schande wäre es, wenn die Güter, die für Gott und die Armen bestimmt sind, zweckentfremdet würden. Das wäre nicht nur Dieberei, sondern Sakrileg. Wir wären schlechte Haushalter, wenn wir zu andern Zwecken verwendeten, was Gott für die, die er uns vor die Schwelle gelegt, bestimmt hat. Dazu soll jeder, wo er geradesteht, nach seiner Einsicht zu helfen versuchen. Jede schaue, wo etwas schief geht, und jeder sorge nach seinem Vermögen für Abhilfe. So wird der Bettel aufhören und nicht einfach durch ein Verbot aus der Welt verschwinden, wobei die Armen ohne Hilfe bleiben und sterben vor Hunger und Durst.

Und es ist wirklich nicht ohne Grund, dass unser Herr sagt: Dein Armer, dein Bedürftiger, der im Lande weilt. Er könnte gut sagen, der Arme, der Bedürftige, aber er sagt: Dein Armer. Er sagt damit gewissermaßen: Wenn ein Mensch arm ist, verachtet man ihn. Jeder kehrt ihm den Rücken. Warum? Oh, es scheint den Reichen, die Armen dürften gar nicht in ihre Nähe kommen. Sie möchten gleichsam eine getrennte Welt haben. Wenn's nicht so wäre, dass sie von den Armen bedient werden wollen, wären sie ganz zufrieden damit, sie überhaupt nie zu sehen. Im Gegensatz dazu unser Herr; eben um solchen Dünkel und Hochmut niederzuschlagen, spricht er: Wer bist denn du, der du ` deinen Bruder so verachtest? Er ist dein Armer, dein Bedürftiger! Er wendet sich an unser eigenes Fleisch. So müssen wir hier die Worte wohl abwägen, deren sich der Heilige Geist hier bedient hat, damit kein Stolz uns hindert, Mitleid mir denen zu haben, die auf solche Weise mit uns verbunden sind. Merken wir uns: Es sind unsere Armen, das heißt: die, die solchermaßen Mangel leiden - unser Herr ist's, der sie uns darbietet. Als wollte er sagen: Ich will eine solche Trennung vornehmen, dass Reich und Arm gemischt wird, dass sie also einander begegnen, um miteinander zu kommunizieren und dass der Arme empfängt und der Reiche gibt und dass ich vom einen und vom andern geehrt sei, wenn der Reiche hat, Gutes zu tun, und der Arme dafür dankt, dass er um meines Namens willen zu essen hat und dass beide mich preisen. Das ist der Grund, warum Mose so von den Armen und Bedürftigen gesprochen hat, den Reichen zu zeigen, dass die Sache sie wirklich angeht und dass sie Gemeinschaft haben sollen, nicht um alle gleich zu machen, sondern um dem Mangel derer abzuhelfen, die Gott ihnen darbietet.

In der Folge fügt Mose ein Gesetz bei, das die Ordnung der Juden zu ihrer Zeit betraf, von dem aber doch der Gehalt bis heute verbindlich bleibt. Er sagt: »Wenn dein Bruder, ein Hebräer oder eine Hebräerin, sich dir verkauft, so soll er dir sechs Jahre dienen, im siebenten Jahr aber sollst du ihn frei lassen. Und wenn du ihn frei lässt, sollst du ihn nicht mit leeren Händen ziehen lassen; ausstatten sollst du ihn aus deinen Schafe, von deiner Tenne und von deiner Kelter. Je nachdem dich der Herr, dein Gott, gesegnet hat, sollst du ihm geben, gleichsam als Lohn.« Hatten wir fest, dass man damals nicht Knechte hatte wie heute, die sich für ein Jahr für einen bestimmten Lohn verdingen. Nein, die Dienstbarkeit war so geregelt wie heute unter den Barbaren und in den Ländern, wo Sklaverei herrscht. So war es damals, und unter den Heiden dauerte diese Knechtschaft ewig. Hätte ein Mensch hundert Leben gehabt, er wäre nicht frei gelassen worden, es sei denn, sein Herr hätte sich seiner erbarmt. Noch schlimmer: Wenn jemand so Sklaven hatte, konnte er sie verheiraten, und die Kinder waren ebenfalls Sklaven, wie bei den Tieren. Hat jemand Pferde, Kühe, Stuten, Schafe, Lämmer, so bekommt er auch deren Junge. So war es damals auch mit den Menschen. Es war eine böse Knechtschaft, verbreitet über die ganze Menschheit, leider sogar bis hinein in die Christenheit. Es wurde im Christentum nicht befohlen, sie abzuschaffen. Wir sehen, wie Paulus, wenn er zu Sklavenhaltern, die gläubig geworden waren, spricht, nicht befiehlt, die Sklaven voll frei zu lassen. Er verlangt nur, dass sie sie in aller Menschlichkeit behandeln. »Erkennt«, sagt er, »dass ihr im Himmel einen gemeinsamen Herrn habt und dass die Sklaven wie ihr Kinder Gottes sind, und dann behandelt sie sanft und übt über sie nicht eine solche Herrschaft aus wie die Ungläubigen.« Paulus, d. h. der Heilige Geist, der durch seinen Mund spricht, beschränkt sich nur darauf. Aber weil das Judenvolk privilegiert war und Gott es zu seinem Erben gemacht hatte, musste es in dieser Sache eine Begrenzung geben, sodass die Härte der Knechtschaft nicht so drückend war wie unter den Heiden. Es war eine gute Sache, dass unter den Gläubigen diese Knechtschaft langsam aufgehoben wurde. Dennoch bleiben davon bis heute einige Spuren, doch ist alles viel besser zu ertragen als unter dem alten harten Gesetz. Wenn es heute Hörige gibt an Gut oder sogar an der Person, so stammt das aus jener alten Knechtschaft, wo sie Sklaven waren und man sie behandeln konnte nach der Härte des Gesetzes.

Aber eben, der heutige Zustand ist wohl ertragbar, und man muss sogar loben, dass die, die einst Sklaven hatten, sie heute etwas freier lassen.

Kommen wir also zum Gesetz, das hier den Juden gegeben wurde. Es heißt, wer verkauft wird, soll sechs Jahre dienen. Das siebente Jahr wird hier natürlich zur Ehre des Sabbats erwähnt, des Ruhetages also, mit dem Gott die Juden je und je zur Menschlichkeit ziehen wollte, indem er sie zu sich führte. Es ist, wie wenn er sagte: Wenn ihr solche Barmherzigkeit gegenüber euren Nächsten geübt habt, dann sollt ihr wissen, dass das mir angenehmer Dienst ist. Der Ruhetag war nämlich das Zeichen des geistlichen Gottesdienstes, wie man an vielen Stellen der Schrift, im Exodus, bei Ezechiel, sehen kann, wo unser Herr vom Tag der Ruhe spricht, ebenso Jeremia 13. Er spricht davon, wie wenn der ganze Gottesdienst nur darin bestünde. Warum? Weil er an diesem Tag sein ganzes Volk zu sich ruft und ihm sagt: »Ich will erkannt sein und angebetet werden. Jeder lerne meine Güte kennen, meine Gerechtigkeit und Weisheit, und jeder ruhe aus in mir von seinen Plänen und Wolllungen, damit ich euch leite unter meinem Joch.« So sehen wir, wie der Sabbat die Summe des Gottesdienstes darstellte. Nun aber, weil die Menschen sich nicht daran gewöhnen wollen, ihren Nächsten Gutes zu tun und, einmal im Vorteil, ihr Recht gar nicht gerne fahren lassen, und man nur mühsam aus ihnen herauspressen kann, was nötig ist, darum setzt unser Herr dies voran: »Wisset, dass die, so ihre Sklaven frei lassen, mir einen wohlgefälligen Dienst tun, und zum Zeichen dafür setze ich euch den Ruhetag. An diesem Zeichen erkennet, dass es mein Wille ist, dass ihr euren Sklaven Erleichterungen verschaffet und ich, in eurer Mitte anwesend, Wohlgefallen finde daran, dass ihr es meinetwegen tut. Und wenn ihr es schon nicht der Menschen wegen tut, weil ihr findet, das sei nicht eure Schuldigkeit, so sollt ihr wenigstens meinetwegen die Verpflichtung spüren.« Wir sehen nun, warum das siebente Jahr bezeichnet wurde. Er sagt: »Sie sollen sechs Jahre dienen, und im siebenten sollt ihr sie frei lassen.« Zudem begnügt er sich nicht mit der Freilassung, sondern will, dass ihnen etwas auf den Weg mitgegeben werde.

Dies nicht ohne Grund! Sogar die Heiden nämlich, zurzeit, wo diese Form der Knechtschaft üblich war, haben gesagt, dass man die Sklaven nicht als Sklaven, sondern gewissermaßen als Söldner gebrauchen solle wie heute die Dienstleute. Ist es nicht (für die Christen) eine große Beschämung, dass griechische und römische Heiden so gesprochen haben: »Wir haben Sklaven. Wir könnten sie brauchen wie Ochs und Esel. Das aber wäre schlecht, ja, enorm. Auch wenn uns das durchs Gesetz erlaubt ist, so ist es doch gegen jegliche Humanität. Wir müssen einen anderen Standpunkt einnehmen, nämlich den, als wären sie Freie, die sich bei uns verdingt haben«? Wenn nun schon die armen, blinden Heiden so gesprochen und das als billig erkannt haben, wie viel mehr wäre es an uns, so zu denken! Gott selbst hat dann die gestraft, die ihre Sklaven zu hart behandelten. Es war nämlich einem Sklavenhalter früher erlaubt, seinen Diener zu töten. Er brauchte nicht zum Gericht zu gehen, um seinen Diener foltern zu lassen. Man ließ es sogar zu, dass ihm im Privathaus die Glieder abgeschlagen wurden. Wenn ein Sklave so von seinem Herrn ermordet worden war, wurde dieser nicht zur Rechenschaft gezogen. Es trifft zwar zu, dass später die Tötung von Sklaven ohne Grundangabe verboten wurde. Aber die Herren hatten immer noch die ganze Autorität und Macht. Weil sie diese aber missbrauchten, so strafte sie Gott, sodass nun ein Sprichwort lautete: So viele Sklaven, so viele Feinde. Sie werden nicht als Feinde geboren, sondern sie werden zu Feinden durch unsere Härte. Und nun, da ja schon die Heiden dies alles erkannt hatten, so müsste doch im Volk Gottes, das in unerhörter Gnade erwählt war, etwas von dieser größeren Güte und Humanität aufleuchten. Darum sagt Gott, dass man den Sklaven helfen soll, wenn sie im siebenten Jahr das Haus verlassen. Wenn nämlich ein armer Mann ganz leer weggeschickt würde, würde er besser Sklave bleiben, als irgendwo abenteuerlich seinen Lebensunterhalt zu suchen. So geht's doch dem Armen, der nicht groß etwas unternehmen kann und will. Er will gerne arbeiten, wenn er nur zu essen hat, dann ist es ihm recht. Er arbeitet im Haus seines Meisters. Wenn der ihn wegjagt, dann klagt er: »Was soll ich tun, ich habe weder Speise, noch Dach.« Man würde also die Sklaven behalten, wenn man sie leer wegschicken wollte. Darum sagt unser Herr: »Gebt denen, die euch sechs Jahre gedient haben, einen Lohn nach eurem Vermögen.« Und um die Leute noch mehr zur Freigiebigkeit anzuspornen, heißt es weiter: »Schaut an euren Viehstall, Keller und Speicher.« Weil sich die Leute ja immer beklagen: Ich kann nichts weggeben, sonst fehlts mir, macht Gott hier gewissermaßen Inventur. Er disputiert: »Was, wer Frucht im Speicher hat, kann dem nicht etwas geben, von dessen Blut und Arbeit er gezehrt? Kann er nicht wenigstens das Getreide im Speicher in Betracht ziehen? Er hat das Land bebaut und gepflegt. Soll er nicht wenigstens jetzt etwas von dessen Lieblichkeit und Gabe zu spüren bekommen?« Dann kommt er zu Keller und Stall. Es ist, wie wenn er sagt: Jeder soll schauen, was er hat, und jeder ist verpflichtet, nach seinem Vermögen die zu belohnen, die für euch gearbeitet haben und die Instrumente solch großen Segens waren. Denn wenn wir Gott loben mit dem Munde und bezeugen, dass er uns gesegnet hat, und wenn er uns Menschen geschickt hat, die uns dienten und unseren Reichtum vermehrten, dann ist es doch Heuchelei, wenn wir mit der Zunge Gott loben und die verachten, die er für uns arbeiten ließ. Das ist's, was wir von dieser Stelle uns zu merken haben. Dieses Gesetz findet sich auch in Exodus 21. Aber obwohl Gott schon damals so gesprochen hatte, so ist es doch so, dass man gerade an diesem Punkte sein Gesetz schlecht befolgt hatte. Wir sehen daran, welche Bosheit und Härte, ja Verstocktheit, unter den Juden herrschte. Denn wenn Gott sie strafte, und sie sich klagend zu ihm wandten und taten, als ob es nun zu einer wahren Buße und Erneuerung kommen sollte, dann warf er ihnen gerade diesen Punkt vor. Wie? Ich habe euch doch in Bezug auf eure Brüder, die Sklaven, gebeten, dass ihr ihnen gebet Freiheit und Befreiung im siebenten Jahr, und nichts dergleichen passiert. Jetzt aber, da mein Gesetz wieder aufgerichtet wird, soll gerade dies Beachtung finden. Nun ist's wahr, dass sie gezwungenermaßen zum Schein schon allerlei Gutes und Zeremonielles taten, also z. B. Sklaven frei ließen und so, aber umgekehrt gelang es ihnen bald, sie durch allerlei Machenschaften wieder unter ihre Fittiche zu bringen, wie man gestohlenes Gut unter dem Arm durchreichen würde, um damit zu sagen: »Man muss das Gestohlene zurückgeben«, und dabei wird man es nur tun auf die andere Seite.

So trieb man mit Gott und seinem Gesetz ein übles Spiel. Darum wurden die Juden ja auch gestraft. Sie sollten erfahren, dass Gott ihnen wegen ihres Ungehorsams widerstand. Was die betrifft, die die Freilassung nicht erstrebten, werden wir in der nächsten Predigt sehen. Im Ganzen aber ist es so, dass die Juden in verschlagener Art versuchten, ihren Sklaven die Freiheit nicht zu gewähren.

Hier haben wir nun den Gehalt dieser Stelle zu bedenken, der sich an uns heute wendet. Es gibt heute bei uns diese Art von Knechtschaft nicht mehr, wie sie zu Zeiten bei den Juden bestand. In heidnischen Ländern, im Orient, in Griechenland und bei den Barbaren besteht sie aber zum Teil noch so. Das Beste wäre, sie würde wie bei uns ganz aufgehoben. Dennoch muss man zusehen, dass unser Herr uns durch das Gesetz ermahnt, die, die in unserem Dienste stehen, menschlich zu behandeln. Sie sollen recht ertragen und nicht um ihren Lohn betrogen werden. Wir sollen auch nicht danach trachten, alles, was möglich ist, aus ihnen herauszupressen. Wir sollen uns nach der Billigkeit (aequitas) richten, maßvoll sein im Fordern und nicht warten, bis eine einschränkende Gesetzgebung aufgestellt wird. Vielmehr soll sich jeder selber Regel und Ordnung auferlegen. Das ist's besonders, was wir uns von dieser Stelle zu merken haben. Wie das? Ein Herr hat einen Knecht. Wenn er ihn nach allen Kanten ausbeutet, dann erweist er sich so als grausam. Wenn er sagt: Ich ernähre ihn und gebe ihm seinen Lohn, so ist das gut und recht, aber wir müssen auch schauen, was er zu leisten vermag. Im Besonderen haben wir die natürliche Billigkeit zu beachten, dem Nächsten nur das anzutun, was wir wollten, dass auch uns getan würde. Wenn also einer einen andern in seinem Dienste zu stehen hat, so soll er sich fragen: Wenn ich an seiner Stelle stünde, wie wollte ich behandelt werden? Ich wollte doch, dass man mich ertrüge, wie ich bin. Das heißt nicht, dass man einen Nichtsnutz zu ernähren brauchte, der nicht Hand anlegen will. Es geht ja hier nicht um unordentliche Lebensführung, sondern darum, vernünftig zu sein. Also, wenn ich an seiner Stelle wäre, wie wollte ich, dass man mit mir umginge? Ich spreche nicht von einem Wunsche, sondern von einer Sache, die wir alle kennen.

Wenn es um unseren Profit oder Schaden geht, dann können wir alles sehr gut beurteilen. Geht es aber um den andern, dann sind wir blind. Die also, die Leute in ihrem Dienst haben, sollen denken: Was wollte ich, vernünftigerweise, wenn ich an ihrer Stelle stünde? Doch nichts anderes, als mein Gewissen mir zeigt. Denn, wenn es auch keinen Richter gibt, mich zu verurteilen, und keinen Rechtsapparat, mich anzuklagen, so genügt doch das Gewissen, mich zu überführen. So sehen wir, wie dieses Gesetz, so speziell es auch für Israels Lebensordnung gedacht war, doch heute noch für uns eine Lehre enthält, die uns nützlich ist: Wir sollen mit denen, die bei uns in Diensten stehen, so umgehen, dass sie nicht über Maß hinaus gepresst werden und wir sie nicht grausam behandeln. Kurz, wir sollen menschlich sein und jedem nach seinem Bedürfnis wohltun und zeigen, dass wir sein Wohl im Auge haben. Es genügt nämlich nicht, dass der Mund so spricht, wenn nicht auch die Hände je und je entsprechend mithandeln. Das haben wir uns hier zu merken. Schauen wir uns also den Text gut an. Wenn unser Herr hier eine genaue Abwägung unserer Güter vornimmt, dann will er uns zeigen, dass zuletzt eine Abrechnung erfolgen wird. Wir sollen also rasch aufhören, mit Ausflüchten unsere Hände in Unschuld zu waschen, und ja nicht sagen: Oh, ich kann nicht so viel tun, wie man für gut findet. Wir sollen uns nicht so verhalten wie die, die immer Ausreden haben, wenn man vom Almosen spricht, sodass es scheint, man müsste sie vors Richtbeil zerren, damit sie endlich ihren Geldbeutel öffnen. Um also nicht solche Ausflüchte vor Gott zu finden, sollen wir uns merken, dass er alles, was er uns gegeben, nicht vergessen hat und von uns Rechenschaft fordern wird. Heute schon. Und erst recht, welche Entschuldigung sollte man vorbringen am Tag der Offenbarung, wenn die Bücher geöffnet werden? Darin werden doch auch die geheimsten Dinge ans Licht kommen! Wenn ein Mensch sich dann als Betrüger herausstellt, verwerflich für die Menschen, wird er dann etwa dem Gericht Gottes entkommen? Schauen wir also, dass wir uns hienieden nützlich machen. Jeder soll sich die Art und Weise, wie der Heilige Geist hier spricht, wohl merken. Denn so werden wir geprüft. So sehr wir uns auch drücken, sobald vom Geben die Rede ist, so soll doch unser keiner den Rücken wenden, sondern jeder soll sich nach seinen Möglichkeiten und Umständen engagieren.

Zum Schluss fügt er noch hinzu, die Juden seien Sklaven gewesen in Ägypten, und doch fordert er nun von ihnen, menschlich und barmherzig zu sein mit denen, die in ihrem Dienste stünden. Damit will er uns zeigen, dass, wenn unser Herr uns je Erfahrung der Armut hat kosten lassen, wir um so geneigter sein sollen, den Armen zu helfen. Wir sollen nicht tun wie die Hochmütigen, die, wenn es einmal Mangel in ihrem Leben gab, nicht wollen, dass man davon spricht, ja, die noch hochmütiger werden als diejenigen, die immer genug hatten. Vielmehr, wenn unser Herr es zuließ, dass wir Mangel litten und die Hilfe des Nächsten nötig hatten, dann wollen wir uns dessen wohl erinnern, und es soll uns ein Ansporn sein. Wenn wir Arme sehen, dann soll es in uns aufsteigen: Halt, wenn ich an ihrer Stelle stünde, was wünschte ich jetzt? Ich wollte doch gewiss, dass jedermann sein Herz öffnete und sein Empfinden für mich. Was, wenn ich jetzt in Not wäre? Das wird uns hier eingeprägt. Mose redet übrigens nicht nur hier davon. Nein, nichts wiederholt er so oft wie: »Erinnere dich, dass du einst in Knechtschaft warst. « Merken wir uns also dies: Gott will, dass jeder von seiner Erfahrung Gebrauch macht und sich erinnert. Wenn also einer in guter Ruhe sitzt, soll er erkennen, in welche Not man geraten kann, und er wird dann geneigter sein zu helfen dem, den er in Not sieht. Wenn einer einmal in Armut saß, soll er daran denken, wenn Gott ihm nun Güter schenkt, dass seine einstige Armut ihm immer zur Lehre diene und er sich dort engagiert, wo Not es verlangt. Es ist aber auch wahr, dass derjenige, der stets genug hatte und nicht weiß, was Hunger ist, keine Entschuldigung vor Gott hat. Je nachlässiger wir sind, Gutes zu tun, desto mehr sollen wir die Hilfen, die uns zum Wohltun anspornen, beachten. So soll jeder, wo er geradesteht, sich anspornen lassen, Gutes zu tun. Die Reichen, die nie Mangel litten an den Gütern dieser Welt, mögen erkennen, dass Gott sie besucht hat, damit sie Sorge tragen zum Nächsten, und wenn sie nicht undankbar sein wollen, muss das ihnen stets Ansporn sein, Gutes zu tun. Kurz, das ist die Summe dieser Stelle: Unser Herr will, dass gemäß der natürlichen Billigkeit jeder bereit sei zur Barmherzigkeit an denen, die Mangel leiden.

Nehmen wir endlich den Fall an, dass es nur einen Grund gebe, unserem Nächsten zu helfen, nämlich, dass wir Menschen sind. Wäre das nicht hinreichend? Das Wort Mensch fasst in sich viel Elend. Wenn ich nun einen Leidenden sehe, dann erkenne ich ja, dass auch ich allen diesen Übeln unterworfen wäre, wenn nicht Gott mich davor bewahrte. Es gibt weder Krankheit noch Armut, noch Ähnliches, das nicht auch uns zustoßen könnte. Und was ist der Grund, dass wir davon verschont sind? Die Güte unseres Gottes! Aber die Freiheit von Not und die Bevorzugung will nichts anderes, als dass wir an die denken, die Mangel leiden. Und das ist nochmals ein Zeichen der großen Güte Gottes, dass er mich nicht nur vom Leiden bewahrt, das ich beim Nächsten sehe, sondern mir auch das Zeug und die Fähigkeit gibt, Abhilfe zu schaffen. Das sollte uns doch anspornen zu sehen und zu bedenken: (Dieser leidende Mensch,) der ist mein Fleisch, meine Natur. Es besteht kein Unterschied zwischen dem einen und dem andern, als dass Gott den einen hat bevorteilt und den andern hintangestellt. Denn wir bestehen alle aus demselben Stoff und keiner rühme sich, als hätte er Reichtümer von sich aus. Wenn er nicht so im Elend sitze wie viele, so soll er nicht hochmütig werden, sondern schauen, wie er um so mehr an Gott bleibe. Demgemäß also, wie Gott uns mit seinen Gütern füllt, sollen wir schauen, wie wir ihm Dankbarkeit erzeigen gegenüber unseren Nächsten, die er uns vor die Füße legt, sodass wir nicht außerhalb ihrer Armut stehen und sie nicht getrennt sind von unserem Reichtum. Vielmehr wollen wir dafür sorgen, freundliche Gemeinschaft zu halten mit denen, die mit uns verbunden sind durch ein unzerreißbares Band.

Übersetzt von Hans Scholl, abgedruckt in: Reformierte Kirchenzeitung 124 (1983), 29ff


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Publikationsdatum dieser Seite: 2018-01-23